Mittwoch, 22. Februar 2012
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Piercing Tattoo Markenmode | Raciel

Raciel Store erzählt dir ein bischen über die Geschichte - Piercing.

Auch wenn man sich aus den unterschiedlichsten Gründen piercen läßt - die einen wollen sich verschönern und schmücken, die anderen sind auf der Suche nach einer spirituellen Erfahrung, jeder muß sich dem Schmerz stellen, der mit dem Akt des Piercens in der Regel verbunden ist. In diesem Moment der Wahrheit verschmelzen Geschichte und das "Hier und Jetzt".

Piercing ist die unter Naturvölkern wohl am weitesten verbreiteten Körperkunst. Bis vor kurzem noch war es für die westliche Gesellschaft eine Sache für Motorradgangs und anderes abgefahrenes Volk. Abgesehen vom weiblichen Ohrring wurden gepiercte Körperteile von der Mehrheit nicht unbedingt als ästhetisch angesehen.
Vom Normalbürger daher entweder gar nicht oder allenfalls als "absonderlich" klassifiziert, rückte Piercing für einige wenige in den Mittelpunkt ihres experimentierfreudigen Sexuallebens.

Erst mit den Hippies und "Love-ins" der späten sechziger Jahre trat eine deutlich sichtbare Veränderung ein. San Francisco mit seiner abenteuerlichen Schwulenszene, schwarzen Messen und einem Heer von Dealern wurde zum Zentrum des gegenkulturellen Universums. Die Zugehörigkeit zu dieser Subkultur manifestierte "Mann" durch Drogenkonsum, lange Haare und einem Ohrring. Es ging einzig und allen darum, zu provozieren. Aufmerksamkeit zu erregen. Bei dem begehrten anderen.
Viele suchten damals nach etwas wie "Stammeszugehörigkeit".

Auch wenn es noch etwa zehn Jahre dauerte, bis mehr Männer sich über den Ohrring hinauswagten - Piercing begann ins westliche Bewußtsein vorzudringen.
Dann kamen die Punks. Diese radikale Gegenbewegung zu der Love-and-peace-Ideologie der Hippies schlug 1975 mit Macht in das öffentliche Leben ein. Punk war Ausdruck maßloser Wut, der Urschrei einer entrechteten Jugend.

Mit sadomasochistischen Elementen, Fesseln, Latexfetischismus, und Selbstverstümmelung als Zeichen von Wut, Schmerz und Identität umgaben sich die Punks mit einer Aura perverser Sexualität. Ihre charakteristischen Sicherheitsnadeln brachten Piercing endgültig in die Öffentlichkeit.
Entstanden aus dem Bedürfnis, "anders" zu sein, ließ die Kommerzialisierung des Punk jedoch nicht lange auf sich warten.

Bald gab es Hosen mit Ketten in fast jedem Laden, und Designer-Punks mit gefärbten Irokesenschnit und Piercings im Gesicht ließen sich gegen Bares von faszinierten Touristen bereitwillig ablichten.
Je weniger der Punk schockieren konnte, desto mehr verlor seine Ideologie an Bedeutung. Die Vorstellung von der totalen Anarchie blieb ein flüchtiger Traum. Jugendliche mit Sicherheitsnadeln im Ohr waren zum alltäglichen, fast netten Anblick geworden. Dennoch war der Einfluß des Punk auch weiterhin vielfach zu spüren.


In der Welt des Sadomasochismus hatte das Piercing bisher in der Regel die Funktion zu signalisieren, ob der Träger dominant oder devot war. Die Kenner "draußen auf der Straße" waren beeindruckt. Sie schauten sich das eine oder andere ab, und so setzte Piercing seinen Weg zum Modetrend fort.
In den späten Achtzigern sah man in den Clubs mehr und mehr dekoratives Piercing.

Die Hippies erlebten ihr Revival im Rausch des "Summer of Love 2" - eine Homage der Rave-Szene an die Sechziger -, und dieser verhalf Piercing zu seinem Übergang in die nächste Generation. Die Clubkultur war auf dem Vormarsch und mittlerweile ließ sich eine Mehrheit der Mitglieder piercen.
In den Medien gehört Piercing mittlerweile zum Alltag. Es scheint, als hätte die alte Kunst des Piercing die Moderne westliche Welt endgültig erobert.

 

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